Ad Blockers: Sind das die «Stopp-Kleber» der Online User?

Der umstrittene Online-Werbeblocker Adblock Plus bietet demnächst einen eigenen Webbrowser an, der automatisch «störende» Werbung ausblenden soll. Hat sich die Online-Werbung damit ein erstes Eigentor geschossen?

 

Als Erweiterung für die populären Browser Chrome und Firefox wird Adblock Plus weltweit bereits von vielen Millionen Usern eingesetzt. Der Blocker ist umstritten, weil einerseits die Definition von störender Werbung nicht transparent erscheint. Andererseits steckt hinter dem Produkt aber auch eine handfeste Geschäftsidee, die nicht über alle Zweifel erhaben ist: Werbetreibende werden für die Aufnahme in eine Freischaltungsliste zur Kasse gebeten, können sich also quasi von der Blockierung freikaufen und ihre Werbemittel trotzdem ausliefern. Die Initianten erklären dazu, die Idee dahinter sei nicht, die gesamte Werbung im Netz zu beseitigen. „Es geht vielmehr darum, Werbung akzeptabel zu machen – durch den Verzicht auf irritierende, aufdringliche Werbeformate.“ Kein Wunder, wehren sich die grossen Vermarkter mit allen Mitteln gegen die drohende Einschränkung ihrer Reichweiten.

 

Auch wenn der Einsatz von Ad Blockern hierzulande bei weitem noch nicht das Ausmass der «Stopp – keine Werbung» Kleber erreicht hat, mag deren Aufkommen doch Anlass zu der einen oder anderen selbstkritischen Betrachtung geben. Wer hat sich zum Beispiel nicht schon über eben diese aufdringlichen Formate geärgert, welche selbsttätig über den Bildschirm wandern, die aufgerufene Seite teilweise verdecken und sich partout nicht wegklicken lassen? Demgegenüber erscheinen die Retargeting-Verfolgungsjagden à la Zalando schon fast harmlos. Wir denken, Werbetreibende wären gut beraten, diesbezüglich mit gesundem Augenmass etwas Zurückhaltung zu üben und sich anstelle von scheinbar kreativen Formaten wieder vermehrt auf tatsächlich kreative Inhalte zu besinnen.

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