Googles Suchmaschine war jahrzehntelang der Dreh- und Angelpunkt des Internets – und das profitabelste Geschäftsmodell der Welt. Doch plötzlich ist die Vormachtstellung in Gefahr: KI-basierte Suchplattformen wie ChatGPT, Perplexity oder Claude verändern, wie Menschen Informationen finden, vergleichen und einkaufen. Für Marketingtreibende bedeutet das, dass das bisherige Zusammenspiel von SEO, SEA und Content Marketing vor einem Umbruch steht. Eine der Fragen lautet: Was passiert, wenn Menschen nicht mehr googeln – sondern mit KI sprechen? Denn auch das Suchprinzip der neuen Suchmaschinen ist anders und sie werden nicht zufällig LLM’s genannt, ausgedeutscht Large Language Model. Mit der LLM-Suche erhält man Antworten auf einen Klick und klickt sich nicht mehr durch Listen von angezeigten Websites. Ganze Ergebnisseiten mit bis anhin viel Werbeplatz für Search ads und Display Banners werden quasi übersprungen. Das wirkt sich natürlich unmittelbar auf das bisherige SEA und SEO aus. Für das SEA bei google könnte es einen herben Verlust bedeuten, weil das (bezahlte) Ranking der Websites an Relevanz verliert, genauso wie search ads vermindert gesehen und angeklickt werden. Allerdings haben die google ads auch im Jahre 2024 rund 75% zum Geschäftsvolumen von google beigetragen und werden nicht so schnell in der Bedeutungslosigkeit versinken. Aber auch das SEO in seiner bisherigen Form mit seiner Basierung auf Keywords und Backlinks wird sich verändern – hin zu einem GEO, sprich „Generative Engine Optimization“ – also die Optimierung für KI‐gestützte Suchergebnisse. Inhalte müssen dabei maschinell erfassbar, gut strukturiert und authentisch verlinkt sein, damit KI sie als Quelle auswählt.
Seit Juli 2025 reagiert google in der Schweiz mit der AI Overview, der KI-gestützten Zusammenfassung und möchte damit die KI-Suche als Gegenstrategie nach innen holen. Diverse Werbemöglichkeiten – auch die Einbettung von ads in die Zusammenfassung – sind noch Gegenstand des Austestens, wie auch etwa das mögliche Angebot an intelligenten Ads, die sich unmittelbar an die Fragestellung anpassen. Umgekehrt überlegt sich die KI-Suchmaschinenkonkurrenz, welche Werbeformate und Formen wie sponsored content sie in Zukunft auf ihren Plattformen anbieten könnte. Man darf gespannt sein, in welche Richtung die Entwicklung geht – eines ist sicher: alles wird anders bleiben.