Nachhaltigkeit
im BtoB?

Das Thema Nachhaltigkeit hat in der allgemeinen Stimmungslage etwas an Bedeutung verloren und nicht wenige Menschen mögen auch im Marketing das Wort «nachhaltig» nicht mehr hören. Kommunikativer Overkill nennt man das. Tatsächlich wurde das Argument dermassen strapaziert, dass es zumindest als Differenzierungsmerkmal kaum mehr taugt. Die grüne Waffe ist stumpf geworden.

Oder etwas positiver betrachtet: Aus dem Versprechen von gestern ist die Erwartung von heute geworden, sozusagen eine Selbstverständlichkeit. Das mag insbesondere für den BtoC-Bereich gelten, im BtoB-Marketing präsentiert sich die Lage etwas anders.

Generell wird in diesem Bereich vertiefter kommuniziert, Argumente orientieren sich an Informationen und Kaufentscheide basieren auf komplexeren Sachverhalten. Die Nachhaltigkeit ist eines von vielen Kriterien, hat aber klar an Bedeutung gewonnen. Das heisst zum Beispiel, dass ein Unternehmen, das vor einem Investitionsentscheid steht, die zukünftigen Regulatorien oder Gesetze im Auge behalten muss. Mit einer nachweislich nachhaltigen Lösung steht der Käufer dabei auf der sichereren Seite.

Auch die Wahrscheinlichkeit, bei einem öffentlichen Auftrag zu punkten, nimmt zu. Ein elementarer Punkt ist weiter, dass – etwa in der Industrie oder Bauwirtschaft – die nachhaltigen Angebote oft auch die wirtschaftlichen interessanten Produkte oder Lösungen sind. Zumindest längerfristig betrachtet. So sind etwa ein geringerer Ressourcen- oder Energieverbrauch sowohl ökologisch wie ökonomisch vorteilhaft. Ein Sachverhalt, den wir gerade bei unseren Kunden aus der Bauwirtschaft bestens kennen und entsprechend ins Feld führen können. Betrachtet man ganze Lifecycles, Recycling-Anteile und Energie-Einsparungen präsentieren sich Rechnungen plötzlich ganz anders. Solche Zusammenhänge wollen allerdings nicht nur kommuniziert, sondern auch belegt sein. «Greenwashing» und Behauptungen haben keinen Platz im BtoB. Entscheider erwarten Fakten, KPI’s und belastbare Reportings. Weil deren Entscheide über den Tag hinaus gehen und so in mehrfacher Hinsicht nachhaltig wirken.